Beginn
Mi., 25.02.2026,
15:00 - 16:30 Uhr
1933 in Merseburg als Tochter des Lehrers und Kunstmalers Günther Kipper (1900-1939) geboren, arbeitete Brigitte nach dem Abitur 1952 zunächst als Berufsschullehrerin, ehe sie 1956 ein Studium an der Burg Giebichenstein begann und es 1961 als Formgestalterin abschloss. Als Industrieformgestalterin führte sie ihr Weg nach Karl-Marx-Stadt und ab 1975 zurück nach Halle an die Burg Giebichenstein, wo sie ab 1984 als Professorin für Gefäßgestaltung tätig war.
1957 heiratete sie den Maler und Grafiker Fritz Diedering (1931-2025), aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor. 1977 ließen sie sich scheiden, zwei Jahre später heiratete Brigitte den Diplomingenieur und Mathematiker Udo Mahn (1936-2015) und trug seitdem den Doppelnamen Mahn-Diedering. Sie entwarf funktionale und ästhetische Alltagsgegenstände, wie Bestecke, Geschirr oder Glaswaren. Ihre bekannteste Besteckserie ist das „Modell 900“ (Julia) mit Linsendekor von 1968, das bis heute in vielen Haushalten Verwendung findet. Neben Porzellan, Metall, Holz und Kunststoff widmete sie sich ab 1975 verstärkt dem Material Glas. So entstanden zahlreiche Einzelstücke, z. B. aus freigeformtem Hüttenglas. Über das Gebiet der damaligen DDR hinaus waren ihre Werke in Ausstellungen zu sehen, z. B. in New York, London oder Moskau. Mit ihren Studenten konnte sie schwer zu genehmigende Auslandsexkursionen unternehmen und galt nicht nur deswegen als charakterstarke, gewitzte und durchsetzungsfähige Dozentin, die sich bei vielen Kollegen behaupten musste.
Nach langer schwerer Krebserkrankung verstarb sie 1993 in Waldenburg in Sachsen und wurde in Chemnitz beigesetzt.
Bemerkung